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Marktanalyse

 

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Marktforschung und Analyse können der allerwichtigste Bestandteil des gesamten Globalisierungsprozesses sein. Die häufigsten Fehler resultieren aus mangelhaften Marktanalysen - und solche Fehler sind immer sehr teuer. Oder anders gesagt: die meisten Probleme resultieren aus Entscheidungen, die auf unzureichender Information basieren. Oft werden externe Berater erst dann zur Hilfe gerufen, und jeder Managementberater kann entsprechende Geschichten erzählen:

Als Armstrong das erste Mal nach Europa ging, verwendete das Unternehmen genau die selben Werbekonzepte, die in den USA so erfolgreich gewesen waren: Böden die so blitzend neu und sauber waren, dass man sich darin spiegeln konnte. Kein Verkauf. Als sie letztlich die Marktanalyse nachholten, erfuhren Sie, dass ein Großteil der Europäischen Konsumenten damals das blitzende Image nicht mochten, sondern lieber Böden hatten, die zwar gepflegt, aber alt waren. Damit verband man Wärme und Geborgenheit. Armstrong änderte die Werbestrategie und die Produktlinie und hatte sofort Erfolg.

Lonza lieferte nach Brasilien ein Desinfektionsmittel, dass wesentlich effektiver und billiger als lokale Produkte war, und zusätzlich einen angenehmen Parfümgeruch hatte. Es verkaufte sich trotz massivem Werbeaufwand gar nicht. Als Sie das Käuferverhalten genauer untersuchten, entdeckten sie, dass Brasilianer mit Desinfektion zwei Dinge verbinden: Piniengeruch und "Nebel", wenn man es ins Wasser gibt. Die Formel wurde geändert, um den Nebel und den Piniengeruch einzubauen, und das Produkt eroberte den Markt.

GM investierte in eine Produktionslinie für LKW, die an Bauern verkauft werden sollten. Der Verkauf ging 16 Monate überhaupt nicht. Als man mit den Bauern sprach, erfuhr man, dass die LKW das einzige Fahrzeug der Bauern waren, und daher für alles verwendet wurden, auch um mit der Familie zum Einkauf in die Stadt zu fahren. Leider waren auf diesen LKW nicht genug Sitzplätze vorgesehen, um einer ganzen Familie Platz zu bieten. Zu spät, das Investment war verloren.

Solche Geschichten geschehen immer wieder. Wir haben hier B2C Märkte als Beispiel gebracht, ähnliches kann aber genauso in B2B Märkten stattfinden.

Es ist schwierig ein Produkt in einem Markt zu positionieren, den man nicht genauso gut kennt wie den eigenen. Wesentlich sind folgende Fragen:

Wie funktionieren Handelkanäle? Jedes Land hat hier unterschiedliche Systeme entwickelt. Welchen Weg geht ein Produkt wie meines vom Containerschiff bis in die Hände des Konsumenten? Was die die Schritte der Wertschöpfungskette, was wird bei jedem Schritt hinzugefügt? Finden Sie so konkrete Beispiele als nur irgend möglich.

Wer sind die "key players" in der Lieferkette auf jeder Ebene?

Wie funktioniert die inländische Konkurrenz? Gibt es viele oder nur wenige wesentliche Konkurrenten, und wie unterscheiden sie sich gegenüber dem Käufer? Was sind die relevanten Preisgrößen?

Wie geht es meinen Mitbewerbern aus meinem Kulturkreis in diesem Markt? Wenn sie noch nicht dort sind, wieso? Wenn sie dort sind, sind sie erfolgreich? Warum, oder warum nicht?

Was bewegt die Kaufentscheidung – Preis, pünktliche Lieferung, Qualität, Markentreue, Lieferantentreue, nationale oder religiöse Gefühle, anderes? Was muss ich tun, um auf dem Radar des typischen Käufers zu erscheinen?

Wie schütze ich mein geistiges Eigentum und Know-how?

Wie steht die lokale Regierung zu meinem Produkt?

 

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Letzte Änderungen am 18. August 2007